Skopje/Belgrad, 22. April 2008
Athen und Skopje streiten um den Namen Mazedoniens. Jetzt schaltet sich die NATO ein - und setzt eine Frist bis 9. Juli.
NATO-Generalsekretr Jaap de Hoop Scheffer forderte Mazedonien am Montagabend auf, den langjhrigen Namensstreit mit Griechenland bis zum 9. Juli beizulegen. Dies wrde dem kleinen Land die Mglichkeit erffnen, doch noch zusammen mit Kroatien und Albanien das ersehnte Beitrittsprotokoll zu unterzeichnen. Beim jngsten Gipfel der nordatlantischen Verteidigungsallianz Anfang April war eine Einladung Mazedoniens zur NATO auf Betreiben Athens an die Lsung des Namensstreits mit Griechenland geknpft worden.
Schwere Krise in Skopje
Dies trieb die Regierung in Skopje in eine schwere Krise und fhrte zur Ausschreibung vorgezogener Neuwahlen fr 1. Juni. Griechenland verlangt von der frheren jugoslawischen Teilrepublik einen Verzicht auf die Bezeichnung Mazedonien im Staatsnamen, weil es territoriale Ansprche des Nachbarn auf die nordgriechische Region Makedonien befrchtet.
NATO-General Scheffer besuchte Skopje am Montag in der Hoffnung, die Beilegung des Disputs voranzutreiben. "Nchstes Jahr wird die NATO ihr 60. Jubilum begehen und wir wollen nicht ohne euch feiern", betonte er laut der mazedonischen Nachrichtenagentur MIA beim Treffen mit Staatsoberhaupt Branko Crvenkovski. Auch UN-Vermittler Matthew Nimetz hatte in der vergangenen Woche einen weiteren Versuch unternommen, eine Lsung im Namensstreit zu finden.
"Wir sind keine Hndler"
Skopje lehnte unterdessen ein Angebot Athens ab, das Mazedonien zur Annahme einer (fr Griechenland) "annehmbaren Lsung" in dem Konflikt bewegen sollte. Die griechische Auenministerin Dora Bakoyannis hatte dem nrdlichen Nachbarn am Sonntag 75 Millionen Euro fr die Finanzierung eines Autobahnprojekts sowie die allmhliche Aufhebung des Visumzwangs in Aussicht gestellt. "Es ist leicht fr Griechenland, mit europischem Geld anzugeben, aber wir sind keine Hndler. Wir sind Mazedonier und werden auch Mazedonier bleiben, und das hngt nicht von griechischem Geld ab," entgegnete der Auenminister Mazedoniens, Antonio Milososki, am Montag.
In die Vereinten Nationen wurde Mazedonien 1992 unter dem vorlufigen Namen "Frhere Jugoslawische Republik Mazedonien" (FYROM) aufgenommen. Inzwischen haben aber rund 120 Staaten die ehemalige jugoslawische Teilrepublik als Mazedonien anerkannt.
http://www.oe24.at/zeitung/welt/welt...icle297053.ece
Wer glaubt denn noch an eine Lsung? Ich auf jeden Fall nicht fr die nchsten 10 Jahren.